Karl-Heinz Nebe trat 1948 dem Verein
bei, wurde 1951 als Ausbilder in den Vorstand berufen und 1969, nach dem Tod seines Vaters
Karl Nebe, zu dessen Nachfolger als Vorsitzender gewählt. Er führte dessen Arbeit
fort, den Verein von den mehr landwirtschaftlich-züchterisch ausgelegten
Anfängen, hin zu einem modernen, pferdesportlich orientierten Verein zu
gestalten. Karl-Heinz Nebes besonderer Verdienst war es hierbei, keinem
Zeitgeist nachzugeben, sondern den
unverwechselbaren Charakter des Vereins erhalten zu
haben. Profitiert hat er dabei durch seine langjährige Tätigkeit in der
Jugendarbeit nicht nur in unserem Verein, sondern auch im Bezirksreiterbund,
dessen erster Vorsitzender er von 1969 - 1978 war. Seit 1974 war er viel
gefragter Richter in Dressur- /Spring- und Fahrprüfungen. Den Vorsitz in
seinem Reit- und Fahrverein Laubach legte er 1995, nach 26 Jahren, in jüngere
Hände.
Karl-Heinz Nebe verstarb am 17.09.2010 im Alter von 82 Jahren
Ehrenvorsitzender Karl-Heinz Nebe berichtet in der
Vereinszeitung 1997 über seinen Werdegang im Reit-
und Fahrsport:
Geboren: Am 08.07.28 in Ruppertsburg auf dem Henriettenhof als zweiter von
drei Brüdern.
Beruf: Landwirt, von 1965 bis 1990 Pächter des Henriettenhofes.
Familie: Seit 1952 mit Frau Irmtraud, geb. Jochem verheiratet, 5 Kinder, 8
Enkel
Als Landwirtssohn bin ich mit Pferden groß geworden. Im Kindesalter
beschränkte sich die reiterliche Tätigkeit auf Pferde vom Acker hereinreiten
oder im Winter auf Pferde bewegen bei öfteren Ruhetagen. Das Fahren
beschränkte sich darauf, aufs Feld zu fahren mit einem Russenpferd aus dem 1.
Weltkrieg.
Erst nach 1945 war es wieder möglich, sich mehr mit Pferden als
Sportkameraden zu befassen. So kam es auf Anregung einiger früherer Mitglieder
des 1926 gegründeten Solms Laubach´schen Reitervereins 1948 zur Wiedergründung.
Unser 1. Reitlehrer Rudolf Kriesel, der schon 1926 Reitlehrer war, gab den
ersten Unterricht Sonntagsmorgens auf dem Galgenberg. Bald wird auf die
Friedrichshütte gewechselt. 1951 trat der Verein mit einer Veranstaltung an die
Öffentlichkeit.
Nach einem Fahrkurs des Verbandsreitlehrers Herrn Hamann und eines
Reitkurses, den der Reitlehrer des Bezirksreiterbundes Herr Olemotz abhielt,
wurde die 1. Reit- und Fahrabzeichenabnahme 1952 in unserem Verein gestartet.
Hier konnte ich mit einigen Vereinskameraden das Bronzene Reitabzeichen und das
Bronzene Fahrabzeichen erlangen.
Dann begann die Teilnahme an Turnieren. Anfangs mehr im Fahrsport (Ein-,
Zwei- und Vierspänner). Bald kam die Dressurprüfung dazu. Die
Vielseitigkeitsprüfungen mit Geländeritt wurde Standard bei jedem Turnier,
wozu wir unsere noch schweren Pferde auch im Springen üben mussten.
In den anschließenden Turnierjahren konnte ich, wenn auch im Schatten meines
Bruders Hans-Joachim, viele Schleifen erringen. Auch startete ich in vielen
Mannschafts-Vielseitigkeitsprüfungen, sei es für den Verein oder den
Kreisreiterbund. Die Verbandsvielseitigkeit (Gelände, Dressur, Springen)
konnten wir 3x gewinnen und somit den Wanderpokal behalten. Einer meiner
schönsten Siege war 1960 die Hess. Vielseitigkeit (Dressur, Springen, Fahren),
die ich mit Labella gewinnen konnte.
Schon früh hatte ich die Jugendarbeit im Verein übernommen. Nach dem
Beitritt zum LSB (Landessportbund) 1957 war ich offiziell Jugendwart im Verein.
In dieser Zeit war ich auch im Kreissportausschuss tätig, was mir eine
Ehrenurkunde des LSB Hessen einbrachte. 1957 konnte ich auf einem Reit- und
Fahrkurs in Darmstadt am damaligen Hess. Landesgestüt das Silberne
Fahrabzeichen erlangen. Im gleichen Jahr auf dem Turnier in Ober-Erlenhof
bestand ich die Prüfung zum Silbernen Reitabzeichen.
Als dann der Konkurrenzkampf auf den Turnieren immer größer wurde, konnte
der Vorstand unseres Vereins überzeugt werden, dass ohne Reithalle die
Ausbildung des Nachwuchses bei den immer edleren Pferden nicht befriedigt
gelöst werden konnte. Als dann im Winter 1962/63 die Halle ein Dach hatte,
stellte ich mich für den 1. Winterreitkurs als Ausbilder zur Verfügung. Im
nächsten Dezember besuchte ich einen Ausbildungskurs zu Erlangung des
Amateurreitlehrers und Fahrlehrers. Ab dann konnten unsere Winterreitkurse auch
bezuschusst werden und sind so bis heute Standard geblieben. In den
anschließenden Jahren war ein reges Treiben in der Halle und ich konnte meine
Kinder in den Sattel setzen.
Im Jahre 1969 wurde ich zum Vorsitzenden gewählt und habe bis 1995 den Verein
vorgestanden. 1976 zum 50. Jubiläum des Vereins wurde mir die Bronzene
Ehrennadel des LSB Hessen verliehen. In dieser Zeit machte ich meine
Richterprüfung und war noch neben meiner immer schwieriger werdenden
Berufsarbeit oft als Richter auf Turnieren tätig. In der Zeit von 1979-1986
übernahm ich auch die Führung des Bezirksreiterbundes. 1979 wurde ich mit der
Silbernen Ehrennadel des Verbandes der Reit- und Fahrvereine Hessen-Nassau
ausgezeichnet.
Ich habe mich immer bemüht, jedem gerecht zu werden und den Nachwuchs zu
fördern. Auch an dieser Stelle möchte ich all denen danken, die mich in dieser
Zeit begleitet und unterstützt haben . In dem Jahr habe ich mich aus der
Verantwortung zurückgezogen. Jüngere sollen entscheiden, sie sind
risikofreudiger und müssen noch lange für ihre Entscheidungen die
Verantwortung tragen. Gefreut habe ich mich über die Silberne Ehrennadel des
Hess. reit- und Fahrverbandes, die mir anlässlich meines 60. Geburtstages am
08.07.1988 überreicht wurde. Der Vorstand unseres Vereins hat mir die Goldene
Ehrennadel bei der Generalversammlung 1993 überreicht.
